Worauf sollte man bei der Wahl der Küchenarbeitsplatte achten?

Vielfalt der Anforderungen
Die Anforderungen an Küchen-Arbeitsplatten sind so vielfältig wie das Angebot, denn die Küche ist ein Arbeitsplatz an dem es hoch hergeht: Da wird mit heissen Töpfen und kochenden Flüssigkeiten agiert, hier ist das Reich der scharfen Messer und bei der Reinigung kommen schon mal ätzende Substanzen zum Einsatz. Kein Spielplatz also.
Neben den „klassischen“ Qualitätsansprüchen wie Kratzfestigkeit und Hitzeresistenz muss eine Küchenarbeitsplatte aber auch reinigungsfreundlich sein und natürlich auch unempfindlich gegen Chemikalien.
Zeitgemäße Kriterien für die moderne Küchenplanung
Heutzutage kommen allerdings noch ein zeitgemäße Kriterium dazu, wie die Recyclingfähigkeit des verwendeten Materials. Und obendrauf ein wichtiges Designkriterium: Eine neutrale Farbe. Warum? Heutzutage kann läßt der moderne Küchenbau eine schnelle Designänderung durch austauschbare Optik der Küchenfronten problemlos zu. Sie sehen also: Bei Thema Arbeitsplatten kann man in der Küchenplanung gar nicht weit genug vorausdenken!
Küchenarbeitsplatten aus Naturwerkstoffen:
Aus der Natur entnommen, sind diese Materialien immer echt, immer einmalig und natürlich nachhaltig. Im Wesentlichen unterscheidet man hier zwei Werkstoffe:

Naturstein-Arbeitsplatten
Im Steinbruch der Erde entnommen, gibt es eine Vielzahl an Gesteinen, die sich als Arbeitsplatten verwenden lassen. Die meisten Naturstein-Arbeitsplatten sind „kapillar“, d.h.
sie nehmen Flüssigkeiten und daher auch Farbpigmente (z. B. Rotwein) auf. Um dies zu verhindern, ist eine regelmäßige Imprägnierung zweckmäßig. Entsprechende Mittel erhält man beim
Steinmetz.
Materialien: Granit, Grabbo, Kalkstein, Marmor, Schiefer
Mein Experten-Tipp: Für die Reinigung von Naturstein-Arbeitsplatten empfehle ich Glasrein(iger) in Kombination mit Haushaltspapier. Hier sind keine rückfettenden Bestandteile oder Säuren enthalten und auch polierte Flächen werden streifenfrei sauber.
Massivholz-Arbeitsplatten
Nach vielen Jahren Wachstum der Plantage entnommen, werden verschiedenste Hölzer zu Arbeitsplatten verarbeitet. Die von mir empfohlenen Hersteller verwenden
ausschließlich FSC ® -zertifiziertes Holz. Die Zertifizierung bedingt u. a., dass für jeden gefällten Baum mindestens ein neuer gepflanzt wird. Die Herkunft der Hölzer liegt in
Südost-Europa für die Eiche, sowie in Australien für die Radiata-Pinie.
Regenwaldhölzer empfehle ich nicht!
Um ein vergrauen der Oberfläche oder das Eindringen von Pigmenten zu vermeiden, rate ich eindringlich, die Arbeitsplatten zu imprägnieren.
Materialien: Buche, Eiche, Esche, Kirsche, Nussbaum, Radiata Pinie, Ulme.


High-Tech-Werkstoffe
Von klugen Köpfen wurden die härtesten Bedingungen in der Küche als Grundlage für die Entwicklung von Küchenarbeitsplatten zugrunde gelegt. Entstanden sind Materialien, welche in vielen
Dekoren und Materialstärken zur Verfügung stehen. Eine große Vielfalt von Fantasiedekoren und Naturnachbildungen, auch in hochglänzender Ausführung, steht hier zur Verfügung. Dieses
Arbeitsplattenmaterial muss nicht imprägniert werden,da es an der Oberfläche glasartig ist und somit porenfrei. Es wurde für sein Hardcore-Dasein entwickelt, daher ist auch seine Reinigung
denkbar einfach: Ein feuchtes Tuch mit einem milden Reiniger reicht schon aus.
Materialien: Keramik, Glas, Edelstahl, Beton, Mineralwerkstoff
Kunststoff-Arbeitsplatten
Um dem Markt der Naturwerkstoffe und der High-Tech-Materialien ein kostengünstigeres Produkt entgegenzustellen, wurden Kunststoffe entwickelt, die den meisten Anforderungen in der Küche
entsprechen. Seit vielen Jahren gibt es diese „dekorativen Schichtpressstoffplatten“ schon und sind in hunderttausenden von Küchen im Einsatz. Ich verwende dieses Material eher selten.
Heiße Töpfe oder der direkte Kontakt mit der Schneide des Messers ist für diese Oberfläche nicht ratsam.
Die Reinigung mit feuchtem Tuch und einer milden Seifenlauge ist hier die beste Wahl. Stehendes Wasser auf Arbeitsplattenverbindungen und an Materialstößen sollten Sie vermeiden
